Start auf der Südinsel: Ein schöner Ort nach dem anderen

Bäume, die auf Felsen wachsen, und die Gezeiten, die hier je nach Tageszeit eine andere Landschaft zeigen: Der Norden der Südinsel Neuseelands ist unglaublich schön. 

Die ersten Tage habe ich im Abel Tasman Nationalpark verbracht. Auf dem Weg von Picton dorthin ging es über die Küstenstraße Queen Charlotte Drive, eine sehr kurvenreiche Straße, die zum Teil durch Hangrutsche nur noch mit einer Spur befahrbar war. Übernachtet habe ich in Pelorus Bridge, wo ich nach Fähr- und Autofahrt noch einen kleinen Walk gemacht habe, inklusive Schwingbrücke. 

Pelorus Bridge
Die Fähre legte übrigens zweieinhalb Stunden später als geplant ab. Aber es war mir egal, Hauptsache sie fuhr. Bei so vielen Fährausfällen nicht selbstverständlich in diesen Tagen.

In Marahau, das Tor zum Abel Tasman Nationalpark, bin ich dann am nächsten Tag am Mittag mit dem Wassertaxi zu einer Bucht des Nationalparks und die 11,8 Kilometer auf den Abel Tasman Coast Track bis Marahau zurückgelaufen. Am Tag darauf bin ich wieder mit dem Wassertaxi los zu einer anderen Bucht. Hier lief ich 11,9 Kilometer auf dem Coast Track und wurde vom Wassertaxi wieder abgeholt. 

Coast Track im Abel Tasman Nationalpark
Die Fahrt mit diesem war schon ein Erlebnis. Das Boot fuhr auf einem Trailer vor, der von einem Traktor gezogen wurde. Die Fahrgäste stiegen aufs Boot und wurden im Boot sitzend zum Wasser gefahren, wo das Wasserfahrzeug dann ins Meer gelassen wurde. Der Ausstieg in der Bucht bliebt dann nicht mehr so trocken. Wurden beim ersten Mal nur Füße und Knöchel nass (Schuhe vorher ausgezogen), standen wir beim zweiten Mal bis zu den Oberschenkeln im Wasser. Die Wellen erledigten dann den Rest. Also einmal umziehen.

Mit dem Wassertaxi ging es zum Wanderweg.
Der Coast Track führt immer am Berg entlang durch den Wald, mal geht es hoch, mal runter. Ab und zu gibt es zwischen den Bäumen einen Blick auf die Bucht oder die bewachsenen Berge. In jede Bucht kann man hinuntersteigen und am Strand pausieren.

Abel Tasman Nationalpark

Abel Tasman Nationalpark

Der Eingang zum Abel Tasman Coast Track

Ab und zu war der Weg auch abgerutscht.

Die meiste Zeit ging es durch Wald.

Der Tidenhub beträgt in Marahau 4 bis 5 Meter. Wahnsinn, was hier für Land offen gelegt wird, wenn sich das Wasser zurückzieht. Schilfgürtel und Felsen werden sichtbar, riesige Äste und Gehölz liegt auf dem sandigen Boden, bevor es mit der nächsten Flut wieder aufgeschwemmt wird.

Land das mal unter Wasser steht und mal nicht.
Weiter ging es nach den Tagen im Nationalpark gen Norden. Während an der Golden Bay am Mittag das Wasser fast auf die Straße schwappte, ging der Blick am nächsten Morgen kilometerweit über eine Sandfläche.

Bei Takaka habe ich mir die Te Waikoropupu Springs angeschaut. Das ist die größte Süßwasserquelle in Neuseeland. Hat mich ehrlich gesagt, nicht so hingerissen, wie andere, die mir von der Quelle erzählten und sagten, ich müsse da unbedingt einen Stopp machen. 

Te Waikoropupu Springs
Der Stand zwar eh auf meiner Liste, nicht aber der Pupu Hydro Walkway, den ich machte. Der Rundweg führt an einem Wasserkanal entlang, der 1901/1902 gebaut wurde, um Wasser vom Berg ins Tal zu bringen und das Gold darin zu waschen. Außerdem war der Kanal und die Maschinen das erste öffentliche E-Werk, dass 1929 elektrisches Licht in die Häuser brachte. Noch heute wird hier durch Wasserkraft Strom erzeugt.

Ein schmaler Weg, links der Wasserkanal, rechts der Abhang.

Nächstes Ziel war dann der nördlichste Punkt auf der Südinsel. Das Cape Farewell mit Blick aufs Meer, Klippen, grüne Hügel und graue dünne Bäume, die sich dem Wind gebeugt haben. Ein toller Ort um inne zu halten.

Cape Farewell

Windflüchter am Hügel
Danach bin ich zum Wharakiki Beach gefahren. Bekannt durch das Foto vom Windows-Wallpaper, das den Fels mit dem Loch zeigt. Der Strand ist weit mehr als dieses eine Foto. Bevor man den ersten Blick auf den Strand bekommt, muss man eine Düne hinauf. Der Blick, der sich dann eröffnet, ist wahrlich ein Whoa-Moment. 

Erster Blick auf den Wharakiki Beach
Wie schön kann ein Ort eigentlich sein? Nach Cape Reinga für mich der zweite Ort in Neuseeland, der Magisches hat. Hier ist die Natur eine wahre Künstlerin. 
Die beiden markanten Felsen am Strand. Je nach Perspektive mit oder ohne Löchern.
Ob Wolken, wie ich sie am Nachmittag hatte, oder Sonnenlicht wie am Morgen, Strand und Felsen sehen in jedem Licht anziehend aus. Vögel hinterlassen Spuren im Sand, der Wind formt Wellen in den Sand, das Wasser zeichnet filigrane Rinnsale während es sich zurückzieht. Legt dabei Höhlen und Gänge in den Felsen frei, in denen einzelnen Steine wie in Zement gegossen stecken. 

Ein Strand fast ohne Menschen

Steine im Felsen.

Höhlen und Gänge werden frei, wenn Ebbe ist.

Blick am Morgen auf dem Weg zum Strand

Blick am Morgen auf dem Weg zum Strand

Naturschauspiel.

Nur Robben, die sich hier tummeln sollen, habe ich nicht gesehen. Und auch der Sternenhimmel, der ja in Neuseeland fantastisch sein soll, blieb mir durch Regenwolken verwehrt. Aber noch ist ja Zeit. Heute am Sonnabendabend in Pohara der Golden Bay stehen die Chancen jedoch schlecht. Es zieht schon wieder zu.

Dafür war während der Kajak-Tour heute entlang der nord-westlichen Seite des Abel Tasman Nationalparks die Sonne am Start. 

Kajaktour, durch die Wasserschutzhülle etwas verschwommen.

Nächsten Reiseziel ist die Westküste der Südinsel. Erster Stopp dort ist Westport. Dort soll es eine Robben-Kolonie geben. Oftmals muss man ja nur Geduld im Leben haben. Und in so einem Sabbatjahr, da ist der Geduldsfaden ein fettes Seil, das kann ich schon mal sagen.

Kommentare

  1. Fantastische Bilder, unglaublich schön dort😃

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  2. „Wenn der Geduldsfaden ein fettes Seil ist“ - schöner Titel für …😉

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