Tongariro Nationalpark: Wo ich den Zyklon und ein Erdbeben erlebte

Die Regierung von Neuseeland hat den nationalen Notstand ausgerufen. Tausende Menschen mussten vor dem Zyklon Gabrielle in Sicherheit gebracht werden, der dann doch "nur" ein Tropensturm gewesen sein soll. Die Auswirkungen sind heftig, wenn man die Nachrichten verfolgt.

Wind, Regen, Sonne im Tongariro Nationalpark.

Von Überschwemmungen, zerstörten Straßen, Hangrutschen oder Stromausfällen bin ich zum Glück nicht betroffen gewesen. Ich habe im Whakapapa Village im Tongariro Nationalpark ausgeharrt. Zusammen mit anderen Campern haben wir den sehr sehr stürmischen Montagnachmittag und -abend in der Campingpark-Küche verbracht. 

Unwetterwarnungen vom Wetterdienst MetService am Montagabend

Die Nacht im Camper war ziemlich heftig. Sturmböen bis zu 140 Kilometer die Stunde brachten das Auto immer wieder ins Schwanken. Ich machte mir Gedanken darüber, ab wann so ein Campervan kippt und was passiert, wenn die aufs Auto fallenden Äste Schäden verursachen oder sogar doch ein Baum dem Wind nachgeben muss... Immer wieder gab es einen lauten Knall auf meinem Dach. Geschlafen habe ich in der Nacht nicht viel.

Sonnenschein statt Regenwetter  - wandern statt lesen

Tongariro Nationalpark und Mt. Ruapehu in den Wolken im Hintergrund

Den nächste Tag (Dienstag, 14.02) rechneten wir Camper eigentlich damit, den gesamten Tag im Campingpark auszuharren. Es waren starker Wind und Regen vorhergesagt. Doch ab 9 Uhr schien die Sonne und am Mittag lies der Wind ganz leicht nach, sodass wir uns alle zu Wanderungen aufmachten. So trafen wir uns dann auch fast alle auf dem Wanderweg zum Taranaki Wasserfall, der rund zwei Stunden dauert. 

Taranaki Falls
Ich bin von dort noch ein Stück weiter auf den Tama Lake Trail, aber die Windböen waren nachher doch wieder so heftig, dass ich umkehrte. Die Aussicht auf den Mt. Ruapehu und den Nationalpark aber war der Hammer. 

Überhaupt ist dieser Nationalpark so abwechslungsreich. Mal geht es durch Wald, dann am Fluss entlang, dann tritt man aus dem grünen Dickicht heraus auf eine Ebene mit knöchelhohem Gebüsch und Geröll, dazwischen immer wieder kleine Wasserläufe. Es geht hoch und runter, über Treppen aus Holz und Schottersteinen, über Wege aus Planken oder über natürliche Pfade aus Geröllsteinen oder Waldboden.

Wandern durch den Nationalpark

Tongariro Nationalpark

Weg durch den Wald

Wind lässt mich eine Nacht verlängern

Mein Vorhaben auf die höchste Erhebung der Nordinsel zu kommen, erfüllte sich am Mittwoch noch nicht. Aufgrund des Windes blieb die Sky Waka Gondola, das Transportmittel auf auf den Mt Ruapehu, geschlossen. Also machte ich bei leichtem Regen eine Wanderung zu den Silicia Rapids - ebenfalls ein Naturphänomen in der Vulkanlandschaft durch Wasser und Mineralien entstanden. Auch an diesem Tag waren die Ausblicke auf den Nationalpark einfach toll.

Wanderweg zu den Silica Rapids

Silica Rapids

Blick auf den Mt Ngauruhoe
 
Weg durch den Tongariro Nationalpark

Den Nachmittag verbrachte ich in der Sonne auf dem Campingplatz. Als ich kurzzeitig im Camper saß, fing dieser plötzlich an zu wackeln. Dabei ging gar kein Wind. Wie ich erst am Abend mitbekam, hatte es ein Erdbeben gegeben, dessen Epizentrum unter Wasser bei Wellington lag, und das mit einer Stärke von 6,1 in vielen Landesteilen zu spüren gewesen sein soll.

Auf der höchsten Erhebung der Nordinsel Neuseelands

Heute Vormittag war ich nun endlich auf dem Mt. Ruapehu. Schon beeindruckend auf einem aktiven Vulkan zu wandern. Man kann richtig erkennen, wo die Lava ins Tal gelaufen ist. Doch viel Ausblick hatte ich nicht und weit gehen konnte ich auch nicht, denn es blieb die ganze Zeit bewölkt und mit der Zeit nahm der Wolkendunst so zu, dass es zu gefährlich wurde, weiterzugehen. 

Auf dem Vulkan konnte ich nur wenige Meter weit sehen.

Aber das, was zu sehen war, war schon toll.

Der Vulkan hat seit 1940 145 Eruptionen produziert, die den oberen Berg beeinflusst haben.
Der Rest des Tages wurde durch Wind und Regen dominiert. Ein kurzen Stopp habe ich am Tawhai Wasserfall eingelegt, eine Kulisse von "Herr der Ringe" (Gollums Pool).

Weil dann aber auf der Straße zu den Waitonga Falls vor Windböen gewarnt wurde, bin ich nicht dort rauf gefahren und habe stattdessen eine kleine Wanderung durch den Mangawhero-Wald in Ohakune gemacht, bevor ich auf den Campingplatz in der Stadt gefahren bin.

Damit sind meine Abenteuer im Tongariro Nationalpark noch nicht beendet. Morgen ist eine Mountainbiketour auf der Old Coach Road geplant bevor es dann weiter Richtung Wellington geht. Am 22. Februar geht die Fähre auf die Südsinsel. 

Auf dem Mt. Ruapehu.

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