Wie sich Melbourner vor Tinder kennengelernt haben und warum Straßen nach Batman, aber nicht Robin benannt sind, habe ich auf der Free Walking Tour erfahren, die ich gleich am ersten Tag in Melbourne gemacht habe.
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Skyline von Melbourne
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Bei Regen ging es über drei Stunden durch die Innenstadt. Die ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Durch Melbourne fließt der Yarra River, der einen guten Blick auf die Skylines ermöglicht. Sehr viele Glashochhäuser. Gebaut wird wohl immer. Zwischen den Blocks engere Lanes mit kleinen Shops und Cafés. Einkaufszentren und Arkaden gibt es ebenso. Der Queen Viktoria Markt ist eine Ansammlung von Händlern, die zahlreiche Touristen anziehen.
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Street Art findet sich auch in Melbourne. Oben links versteckt eine Rooftopbar.
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Blick vom ehemaligen Gefängnishof auf die Stadt.
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Parks, Sportstätten, Galerien und Museen - in Melbourne gibt es wohl für jeden etwas. Gerade ist das Comedy Festival gestartet, findet das Wine and Food Festival sowie eine Garten- und Blumenausstellung statt. Sportliches Highlight ist der Grand Prix in der Formel 1 am Wochenende. Aber den verpasse ich.
Musical und Ausstellung: Kultur in Melbourne
Ich war im Musical "&Juliet", ein überzeugendes, witziges Stück mit Songs von Britney Spears, Bon Jovi und Katy Perry über den Weg, zu sich selbst zu finden. Inhalt: Was wäre passiert, wenn Julia nicht gestorben wäre. Die Frau von William Shakespeare schreibt ein anderes Ende und sich selbst ins Stück. Herrlich.
Dann war ich noch in der digitalen Ausstellung "Monets&friends". Bilder der Impressionisten werden in einer großen Halle an alle Wände und den Boden projiziert. Der Betrachter steht nahezu im Bild, in der Landschaft, die der Maler festgehalten hat.
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"Monet & friends" at the Lume in Melbourne.
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Während meiner vier Tage in Melbourne habe ich zwei Ausflüge unternommen. Bei dem ersten ging es mit dem Bus ein kleines Stück entlang der Great Ocean Road mit Halt bei den 12 Aposteln und dem Loch Ard Gorge. Die Straße wurde von Soldaten gebaut, die aus dem ersten Weltkrieg heimkehrten.
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Das Tor zur Great Ocean Road.
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Die 12 Apostel - Kaltsteinfelsen im Wasser - haben mich nicht so beeindruckt. Schöner fand ich Loch Ard Gorge, eine Bucht in die man hinuntergehen oder von oben betrachten konnte. Der Küstenstreifen an sich war hier sehr schön. Leider basiert seine Bekanntheit auf einem Schiffsunglück.
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12 Apostels
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Felsformationen nahe dem Loch Ard Gorge
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Loch Ard Gorge
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Hier ein kleines Video von der Tour. Die Melodie im Hintergrund:Musik: Spring in Tokio, Musiker EnjoyMusic URL:https://enjoymusic.ai.
Australiens Tiere ganz nah
Die zweite Tour führte mich nach Phillips Island, wo am Abend hunderte (kleine) Pinguine an den Strand zu ihren Nestern kommen. Die Pinguin Parade ist absolut empfehlenswert. Vorher ein Stopp bei den "Nobbies" eingelegt, am westlichen Ende der Insel. Leider hatten wir hier nicht so viel Zeit, um die Natur vollkommen zu genießen, aber der kurze Weg auf dem Holzweg mit Blick auf kleine Inseln und Cliffs war dennoch großartig.
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| Nobbies |
Teil der Tour war auch ein Besuch des Moonlit Sanctuary, ein Wildpark, wo wir Koalas, Wombats, Kängurus und Wallabys gesehen haben. Die Kängurus und Wallabys konnten wir sogar füttern und sie ließen sich anfassen.
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| Koalas |
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| Wallabys |
Melbourne und die Ausflugsmöglichkeiten haben mir gut gefallen. Gut zu wissen: Auch wenn in der australischen Stadt vieles nach Batman benannt ist, der bekannte Superheld ist damit nicht gemeint. John Batman war der Gründer Melbournes.
Ach ja und wie sich die Melbourner kennenlernten, bevor es das Internet gab: Sie gingen um den Block. "Doing the block" ist ein Ausdruck, der besagt, dass die Frauen im Uhrzeiger sind, um den Block - ein Häuserblock, der so auch benannt ist - gingen und die Männer gegen den Uhrzeigersinn. Man traf sich, man lächelte sich an, unterhielt sich vielleicht schon mal kurz. War das Interesse gegenseitig, ging man um 12 Uhr zusammen in den Tearoom, wo das erste Date stattfand.
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In den Blockarkaden hängen Bilder, die "Doing the block" zeigen.
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In Sydney gibt es bestimmt auch solche schönen Geschichten. Hier bin ich gestern nach knapp zwölf Stunden Zugfahrt angekommen und bleibe für über eine Woche
Da wandelst Du ja quasi auch etwas auf den Spuren Egon Erwin Kischs. Ich habe gerade wieder darüber gelesen, wie er 1934 in Melbourne von der Strathaird fast sechs Meter auf die Pier sprang und dann erst in Sydney bis März 35 richtig an Land durfte…
AntwortenLöschenDieser Uhrzeigertreff wäre auch heute noch witzig. LG Kerstin
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