2 Wochen auf dem Eurovelo 6: Einmal durch Frankreich

Jetzt wird es ernst. Ich muss Gewicht verlieren. Nicht an Körpergewicht, wobei das auch hilfreich wäre, sondern an Gepäck. Zwar waren es bisher erst 300 Höhenmeter, die ich bewältigt habe, aber bei jedem Hügel oder Berg hoch spüre ich die Kilos, die am Rad hängen.
Nachdem ich zwei Wochen bei Hitze, Regen und Wind auf dem Fahrrad saß sowie gecampt habe, kann ich gut einschätzen, auf welche Dinge ich noch verzichten kann. Dabei habe ich mich beim Packen schon stark beschränkt, dachte ich. Aber zwei statt vier Shirts/ Tops zum Radeln reichen aus und auch die Jogginghose für den Abend ist verzichtbar, wenn man noch ne lange Leggings hat.
Was ich bis Sonntag aussortiere, nimmt meine älteste Freundin aus Kindertagen mit, die ich in Basel treffe. Dann mache ich nach 16 Tagen auch den ersten Pausentag. Höchste Zeit. 

1273 Kilometer habe ich schon geschafft inklusive Fahrten zu Schlössern, Supermärkten und Campingplätzen. 4500 km ist der Eurovelo 6 lang. Morgen verlasse ich Frankreich und komme in der Schweiz an. Krass. Ich bin durch Frankreich geradelt. Das erste von 10 Ländern liegt dann hinter mir. 
Schönes Radeln durch Frankreich
Die Strecke war sehr schön und führte größtenteils auf Radwegen oder verkehrsarmen Straßen. Schlösser, Höhlenstadt, Kanäle und Flüsse. Entlang Loire, Canal du Centre, Saône, Le Doubs, Rhone-Rhein-Kanal war es größtenteils flach und immer idyllisch. Besonders schön war es an Le Doubs mit den Blick auf die bewaldeten Berge. 
Interessant fand ich die Kanalbrücken, die über die Loire führten. Wasser, das über Wasser geleitet wird.

Der Eurovelo 6 führte auch abseits des Wassers ins hügelige Hinterland, an Bauernhöfen und Feldern vorbei.

Immer draußen
Woran ich mich gewöhnen musste und manchmal noch muss, ist das ständige Draußensein. Wenn ich den Tag über bei 30 Grad geradelt bin, kam es vor, dass es auf dem Campingplatz keinen richtigen Schatten gab, selten sogar einen Aufenthaltsraum. Ich jubel jetzt innerlich, wenn ich sehe, dass es Bänke und Tische gibt. Eine Wäscheleine in der Sonne ist ein Geschenk.
Bei Regen ist an Wäsche waschen nicht zu denken. Doch da ich nicht viel mithabe, kann ich das nicht ewig herauszögern. Dann trockne ich beim Radfahren im Fahrtwind die Sachen. Der Schlüpper weht dann am Lenker, die Hose auf dem Gepäckträger. 
Ein Sturm mit Hagel hab ich im Zelt schon erlebt und einen Abend bei Dauerregen. Auf 16 Tage gesehen doch ein guter Schnitt. Das immer Draußensein macht sich übrigens schon bemerkbar. Beine und Arme sind gebräunt - bis Hosen- und Shirtende.

Von Basel geht es am Dienstagnachmittag dann Richtung Bodensee, immer am Hochrhein entlang.


Kommentare