Auf dem Eurovelo 6 durch die Schweiz und Deutschland
Ich bin kurz davor, die Hälfte des Weges auf dem Eurovelo 6 vom Atlantik ans Schwarze Meer geschafft zu haben. Irgendwo in Österreich zwischen Passau und Wien erreiche ich die 2250-Kilometer-Marke. Jucheee.
Mit Frankreich, Schweiz und Deutschland habe ich drei von zehn Ländern auf dem Weg passiert. Jetzt bin ich in Passau und lege meinen zweiten Pausentag auf der Reise ein. Sonntag geht es dann in Österreich weiter.
In Basel habe ich Marlen getroffen. Sie hat nicht nur rund 2,5 Kilogramm Gepäck mitgenommen, sondern mit mir auch die Stadt erkundet und eine neue Fahrradtasche für die Mittelstange gesucht. Bei der alten ist nach 16 Tagen der Reißverschluss kaputt gegangen.
Von Basel bin ich bis zum Bodensee immer am Hochrhein lang. Es ging viel an Industrieanlagen vorbei, oftmals auf Straßen oder straßenbegleitenden Radwegen, manchmal auch durch Wald. Höhepunkt war der Rheinfall in Schaffhausen.
Vom Bodensee ging es dann ca. 500 Höhenmeter rauf bis Tuttlingen, wo ich auf die Donau getroffen bin, der ich seitdem folge. Der Anstieg hat Kraft gekostet und begann auch noch bei Regen. Feuchte Taschen bedeuten gleich mehr Gewicht. Schöne Pausenstellen gab es kaum, da der Anstieg eine Straße war.
Höchste Stelle des Eutovelo 6
Umso mehr hab ich mich gefreut, als in Witthoh ein Schild darauf hinwies, dass ich den höchsten Punkt des Eurovelo 6 erreicht hatte: 862 Meter über Normalnull. Natürlich geht es seitdem nicht nur bergab, aber etwa 30 Kilometer lang bergauf, muss ich nicht mehr radeln.
In Tuttlingen habe ich mir die Burgruine Honberg angeschaut, bevor Vanessa mit der Bahn am späten Vormittag ankommend für zwei Tage mit mir geradelt ist.
Quatschend sind wir durchs obere Donautal, das mit seinen weißen hohen Felswänden, aber auch weiten Blicken auf Dörfer und Berge wunderschön ist. In Sigmaringen hatten wir abends einen Panoramablick aufs Schloss.
In Ulm ist Vanessa wieder in den Zug gestiegen. Vorher haben wir noch den höchsten Kirchturm der Welt erklommen. Weil das Ulmer Münster restauriert wird jedoch "nur"bis auf 70 Meter Höhe.
Von Ulm ging es über Ingolstadt und Regensburg bis Passau. Der Weg oftmals auf Radwegen oder wenig befahrenen Straßen, hinter oder auf dem Deich, mal an der Donau, mal weiter weg.
Auf den Donauradweg treffe ich Radler aus der ganzen Welt. Mit Neuseeländern, Slowaken, Iren, Briten, Belgiern, Österreichern und Deutschen habe ich gequatscht. Viele fahren bis Wien oder Budapest.
Meine Isomatte ist mittlerweile mehrmals geflickt, verliert Luft an Nahtstellen. Ansonsten läuft das Campingleben im Zelt aber sehr gut. Ich schlafe jetzt mit Ohrstöpseln, nachdem mich eine Schulklasse mal bis 2 Uhr nachts wachgehalten hatte.
Nächste Etappe: 330 Kilometer von Passau bis Wien. Dort bleibe ich drei Tage und treffe Familie und Freunde.
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