Verletzter Fuß und viel Hitze: Auf dem Eurovelo 6 durch Österreich und die Slowakei

In Passau stand meine Radreise auf dem Eurovelo 6 vom Atlantik ans Schwarze Meer kurz vor dem Abbruch. Das hatte zwei Gründe. Zum einen war es doch nicht so einfach wie gedacht, die Rückreise von Constanta in Rumänien mit der Bahn zu organisieren. Zum anderen war ich mit dem Fuß umgeknickt. 

Gut zwei Stunden habe ich auf dem Zeltplatz an der Ilz in Passau nach Bahnverbindungen gesucht. Ich wollte mit der Regionalbahn von Constanta nach Bukarest und von dort mit dem EC über Budapest bis Berlin. Das Problem: Ich konnte online keine Fahrradtickets buchen. 

Hilfsbereite Menschen in Passau
Also bin ich ins Reisezentrum der Bahn in Passau. Eine Rampe runtergehend mit den Gedanken bei der Rückreise bin ich dann so stark ungeknickt, dass ich nicht mehr schmerzfrei laufen konnte. Eine Radfahrerin kam sofort zu mir und schenkte mir einen Stützverband und Arnica-Kügelchen. In der Apotheke bekam ich Kühlpacks umsonst. Auf dem Zeltplatz haben sich viele Camper hilfsbereit gezeigt. Nach einem Tag Pause, konnte ich zum Glück weiterradeln. 
Die Rückfahrt mit der Bahn kann ich allerdings vergessen. Laut Bahnmitarbeiterin sind alle Züge ab Budapest ausgebucht in Bezug auf Radstellplätze. Das müsste ich sechs Monate vorher buchen. Na toll. Und für Rumänien kann ich Radtickets im Fernverkehr nur im Land kaufen - wenn dann noch ein Platz frei ist.

Spedition, Bahn, Bus - wie kommt das Rad nach Hause?
Nachdem ich noch versucht habe, eine Spedition zu finden, mit der ich mein Rad verschinken kann, habe ich dann noch einen Platz im Fernbus bekommen, der mein Rad mitnimmt. Puh. Also kann die Tour doch bis ans Schwarze Meer gehen.
Seit Passau begleitet mich enorme Hitze. Ich radel zum Teil bei über 30 Grad Celcius. Die Strecke von Passau nach Linz war sehr schön mit Grenzüberschritt nach Österreich, tollen Aussichten auf die Berge, die direkt ans Donautal grenzen. Drei Fährfahrten machten den Weg zudem abwechslungsreich.
Schön war auch die Route durch die Wachau, ein Weinanbaugebiet mit viel Obstanbau.

Tolle Zeit in Wien
In Wien habe ich drei Tage verbracht, meine Cousine Jessi mit Familie getroffen und Madita, die ich in Sydney kennengelernt habe und die mir ihr Wien gezeigt hat. Eine tolle, lebenswerte Stadt. 
Nächster Stopp war Bratislava, Hauptstadt der Slowakei und die zweite von vier Hauptstädten auf meiner Route. Ich hab mir die Altstadt und das Schloss angesehen.
Der Eurovelo durch die Slowakei ist sehr eintönig. Hinter Bratislava wird die Donau kanalisiert und aufgestaut, bevor es für die Wassermassen durch ein Kraftwerk für die Stromerzeugung geht. Ich bin also sehr viel auf dem Deich gefahren, ohne Schatten. Kurze Abwechslung bot eine Ausgrabungsstätte einer römischen Festung.
In Sturovo bin ich über die Donau und damit über die Grenze nach Ungarn. Dabei hatte ich einen tollen Blick auf die Basilika von Estergom.
Durch Ungarn bin ich bisher 80 km geradelt. In Visegrad bin ich rauf zur "unteren Burg" und hatte einen schönen Blick auf die Donau, die hier ins sogenannte Donauknie fließt. Der Fluß biegt hier fast rechtwinklig nach Budapest ab.
In der ungarischen Hauptstadt bin ich heute angekommen, mehr als 2890 Kilometer sind mittlerweile auf dem Tacho. Klar bleibe ich hier auch drei Tage - auch wenn ich seit Wien erst drei Tage geradelt bin. 

Ab Sonntag wird dann wieder Strecke gemacht. Kroatien, Serbien, Bulgarien und Rumänien liegen noch vor mir. 

Kommentare

  1. Liebe Grüße aus Leipzig - zum Glück ist die Verletzung glimpflich ausgegangen. Drück die Daumen für deine weitere Reise! All the best. Regina

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  2. So ein Pech und was für ein Glück das es weiter gehen kann. Das Radleben ist sicherlich auch oft mal hart und eintönig, viele Grüße Jochrn Arenz

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