Quebec - Wunderschöne Natur, lebendige Stadt
Draußen stürmt es seit dem Vormittag. Der Regen prasselt gegen das Fenster, der Wind wühlt die See auf, ein Terrassenstuhl liegt umgekippt auf der Wiese. Ich sitze in Percé im Motelzimmer hinter einer großen Fensterscheibe mit Blick aufs Meer und dem Percé Rock - ein großer Felsen nahe der Küste. Es ist der erste Tag in meinem Sabbatjahr an dem ich mir nichts vorgenommen habe. Und bei dem Wetter bleib ich auch lieber drin.
Seit mehr als sieben Monaten bin ich unterwegs. Die letzte Woche habe ich in Quebec-Stadt und gleichnamigen Landkreis in Kanada verbracht.
Quebec-City - Schöne Altstadt
Es war dunkel als ich in Quebec-City ankam, doch die Grand Allee, wo das Hostel lag, war voller Lichter, Musik und Leben. Kneipen und Restaurants sind hier dicht beeinander.
Am nächsten Tag hab ich die Altstadt angeschaut. Markant ist hier das Chateau Frontenac. Ein Schloss, das heute als Hotel genutzt wird. Davor eine große Promenadenflächen, daneben die alte Festung, die man umrunden und auch besichtigen kann. Von oben hat man einen tollen Blick auf Schloss und Fluss.
Die Altstadt ist bunt und belebt. Kneipen, Shops und ein Weihnachtsladen. Yeah. In letzteren bin ich natürlich rein und hab mir ein Tannenbaumanhänger aus Holz mit Elch und Quebec-Schriftzug gekauft.
Die Bauten in Quebec-City sind europäisch, da Franzosen und später Engländer die Stadt prägten. Mit der Fähre bin ich rüber ans andere Ufer, um die Stadtsilhouette von der Wasserseite aus zu bewundern. Zwei Kreuzfahrtschiffe und Gegenlicht durch die Sonne ließen aber nicht viel erkennen.
Am zweiten Tag hab ich mich mit Sandrine getroffen, die ich in Australien im Surfcamp kennengelernt hatte. Wir waren beim Montmorency Wasserfall und auf der Ile d'Orleans. Beides in unmittelbarer Nähe der Stadt.
Mietauto für 29 Tage
Am Flughafen hab ich mir mein Mietauto geholt und bin dann Richtung Gaspésie gefahren - eine Region in Quebec. Mein Ziel war der Forillon Nationalpark. Doch die 700 Kilometer bis dahin wollte ich nicht durchfahren und hab auf dem Weg in einem Motel übernachtet. Das lag in der Nähe des Nationalparks du bic, wo ich wandern gegangen bin.
Zum Forillon Nationalpark führt die Route 132, eine Straße direkt an der Küste. Ein tolles Fahren. Die Bäume leuchten zum Teil so herrlich rot und gelb. Und durch die Hügellandschaft eröffnen sich so schöne Ausblicke auf die Landschaft.
Zwei Tage war ich im Nationalpark wandern. Ein Hike führte zum Cap Gaspé, an die Spitze der Halbinsel mit Leuchtturm. Ein anderer Hike war mit einem längeren Anstieg verbunden, der zu Aussichtspunkten und einem Aussichtsturm führte. Der Blick über den Nationalpark war fantastisch. Der ist übrigens Teil der Appalachen. Der Gebirgszug endet hier auf dem Festland.
Während der Zeit im Park hab ich im Hostel geschlafen und mit Franzi und Lukas zwei Österreicher kennengelernt, mit denen ich das Vierbett-Zimmer teilte und gut quatschen konnte.
Ausruhen in Percé
Über Gaspé und dem Besuch im Geschichts-Museum dort bin ich nach Percé gefahren. Die Anfahrt vom Berg runter mit Blick auf den Percé Rock und den Ort war klasse. Am nächsten Tag hat man kaum noch was gesehen. Seenebel hüllte alles ein. Und heute dann der Sturm. Eine Bootsfahrt um den Felsen und auf die Naturschutzinsel, wo Basstölpel brüten, fiel daher aus. Ich hab also zwei Tage ausgespannt.
Jetzt liegen zwei Fahrtage vor mir. Mehr als 1000 Kilometer sind es zum Cape Breton Nationalpark in Nova Scotia, mein nächstes Ziel. Das ich übrigens ohne Wanderschuhe erkunden muss. Die sind immer noch mit der Post unterwegs, irgendwo zwischen Bailey Harbour und Percé. Warten lohnt nicht, denn morgen, Montag, ist Feiertag (Thanksgiving). Sie werden mir, wenn sie hier ankommen, nach Montreal ins Hostel geschickt. Da bin ich am 31. Oktober. Das müsste doch klappen.
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