New Orleans, Atlanta: Straßenmusik, Mardi Gras und Coca Cola
"Oh, when the saints go marchin' in" singe ich in meinem Kopf während ich durch das French Quarter in New Orleans flaniere. Die Brassband vorm Cafe du monde, wo es die berühmten Beignets gibt - große Krapfen -, hat den Song gespielt. Überall im French Quarter wird auf der Straße musiziert. Es ist fantastisch.
Das French Quarter ist das Herz von New Orleans. Hier wurde die Stadt gegründet, hier pulsiert das Leben bei Tag und bei Nacht: Bars, Restaurants, Souvenirshops, Galerien, Jackson Square und Riverwalk am Mississippi, wo die Schaufelraddampfer auf Gäste warten.
Hinter den Kulissen von Mardi Gras
Bekannt ist New Orleans auch durch Mardi Gras. Einen Einblick in die Geschichte des Karnevals gibt es im Louisiana State Museum (7 Dollar Eintritt) und ein Blick hinter die Kulissen des Baus der "Floats" in der Mardi Gras World (22 Dollar). Beides einen Besuch wert. Aus Styropor, Pappmasché und Farbe werden Kunstwerke für die Straßenparaden gefertigt.
Schießerei in Hostelnähe
Eine Woche habe ich in New Orleans verbracht. In den USA einer der Städte mit der höchsten Kriminalitätsrate. Passend dazu habe ich an einer True Crime Pubtour teilgenommen. Nicht nur das. Während meines Aufenthalts kommt es zu einer Schießerei in einem Geschäft wenige Blocks von meinem Hostel entfernt, an einer der Hauptverkehrsstraßen. Da geht man direkt anders durch die Straßen.
Schöne Häuser im Garden District
Ich bin mit dem Streetcar in den Garden District und hab mir die tollen Herrenhäuser mit Veranda und Säulen angeschaut, bin in den City Park gefahren und habe eine Stadtführung zum Thema Voodoo unternommen. Damit verbinden viele Puppen und Nadeln, die anderen Leid zufügen. Beide Utensilien gehören auch zum Voodoo, allerdings nicht um Schmerz zu verursachen. Im Gegenteil.
Früher konnte viele nicht lesen und schreiben. Damit die Heiler sich aber merken konnten, welche Krankheit sie bei wem behandelt haben, fertigten sie Puppen an, die Ähnlichkeit mit dem Patienten hatten. Eine Nadel im Fuß bedeutet dann Behandlung am Fuß. So zumindest hat es der Stadtführer erläutert.
Mit dem Zug bin ich dann 11 Stunden von New Orleans nach Atlanta gefahren. Anders als in Deutschland warten die Passagiere in einer Halle bis das Gleis freigegeben wird. Dann geht man zu dem Waggon, die nach Haltestellen eingeteilt sind. Vom Schaffner bekommt man dann eine Platznummer. Das Ticket wird gescannt, wenn man unterwegs ist.
World of Coca Cola in Atlanta
In Atlanta habe ich die World of Coca Cola besucht (21 Dollar). Wieder einmal stelle ich fest, die Amerikaner wissen, wie man Leute in einem Museum unterhält bzw. wie sie ihre Geschichte erzählen. Bisher war ich von keiner Ausstellung enttäuscht.
Bei Coca Cola geht es natürlich um die Frage nach dem Rezept, das Geheimnis der Zutaten, die Gerüchte und die Schlagzeilen der vergangenen Jahre. Am Ende steht der Besucher vor einem Tresor, der die Kopie des Rezeptes enthalten soll. Die Inszenierung ist gelungen.
Dann gibt es eine Gameshow zum Thema Gerüche. Marshmallow, Schokolade oder Kamille nur am Geruch erkennen - fand ich gar nicht so einfach. Dann erfährt man natürlich alles zur Geschichte, zum Marketing, kann sich einnen 3D-Kinofilm anschauen und Fotos mit dem Polarbär mit Coca Cola Schal machen. Am Ende gibt es Teststationen mit den verschiedensten Getränken von Coca Cola - manche Sorten gibt es nur in bestimmten Ländern.
Pause von der USA-Reise
Die Coca Cola World war das Highlight in Atlanta. Ich hab allerdings auch nichts anderes besucht oder unternommen. Das Reisen hat mich etwas müde gemacht, vor allem das ständige Planen. Seit Februar bin ich alle zwei, drei Tage an einem neuen Ort, während der Radtour im Sommer durch Europa sogar fast jeden Tag. Lediglich in Sydney, Ubud und New Orleans war ich länger. Das heißt beständig habe ich mich neu orientiert, geschaut, wo ich schlafe, was ich esse, was ich unternehmen kann, wie ich wo, wann hinkomme.
Das war bisher auch eine richtige tolle Zeit, aber ich bin gerade sehr froh, dass ich mich kurzfristig entschieden habe, in den knapp drei Wochen, die es bis zum Treffen meiner Mutti in New York sind, nicht selber zu planen, sondern mich chauffieren und bewirten zu lassen. Ich mache eine Kreuzfahrt und besuche die Karibik und Mittelamerika. Nächstes Ziel: La Romana in der Dominikanischen Republik.
Das mit der Kreuzfahrt ist eine super Idee, mal die Seele baumeln lassen nach fast einem Jahr auf der Überholspur und planen planen planen. Viel Spaß und liebe Grüße, Jochen Arenz
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