Karibik: Abenteuer im Regenwald, paddeln auf dem Panamakanal
Pura vida sagt man in Costa Rica. Und diese zwei Wörter bringen eine ganze Lebenseinstellung zum Ausdruck. Ob "Hallo", "So machen wir das" oder "Danke" - alles ist pura vida, das pure Leben. Eine Erinnerung daran, dass Leben zu genießen, jedes Mal, wenn man es ausspricht.
Und so war es auch pura vida als ich bei heftigstem Regen an einer Zipline durch den Veragua Regenwald in Costa Rica gesaust bin. Zum Regenwald gehört Regen, klar, deswegen ist es überall so grün und der setzte auf der zweiten Plattform so richtig ein. Nichts blieb trocken. Meine Sorge galt meinem Reisepass, der in meinem dünnen Bauchgurt steckte und meinem Handy. Beides wurde nass, aber zum Glück ohne großen Schaden. Pura Vida.
Neun Länder in 14 Tagen
An der Zipline durch den Regenwald, das war ein schönes Abenteuer während meiner 14-tägigen Schiffsreise durch die Karibik und Mittelamerika. Neun Länder habe ich in der Zeit besucht: Dominikanische Republik, Antigua und Barbuda, St. Kitts, St. Maarten, Tortola, Jamaika, Costa Rica, Panama und Kolumbien (Links führen zu Instgram-Videos).
Dritte Vulkanbesteigung in einem Jahr
Ein Abenteuer war auch die Wanderung durch den Regenwald auf St. Kitts auf 1200 Meter Höhe zu einem bewaldeten Vulkankrater, dem Mount Liamuiga. Wir haben gut drei Stunden gebraucht. Die Tour war sehr anspruchsvoll. Wir mussten über Wurzeln und Felsen klettern, oftmals mit größeren Abständen, sodass man sich hochziehen oder -stützen musste. Ein Wanderstock half beim Hike. Und oben am Ziel konnte ich nach Neuseeland und Indonesien zum dritten Mal während meiner Weltreise in einen Vulkankrater schauen. Immer wieder beeindruckend, wie ich finde.
Überhaupt war die Natur auf den Inseln und Ländern rund um das karibische Meer schön und farbintensiv: Wälder in sattem Grün, türkisfarbendes Meer, handgroße Schmetterlinge mit blauen Flügeln. Und dann noch Faultiere in freier Wildbahn zu sehen, das war besonders.
Höhlenwanderungen
In der Dominikanischen Republik war ich im Nationalpark Los Haitises, wo wir mit dem Boot zu bewachsenen Felsen, Mangrovenwäldern und zwei Höhlen gefahren sind, die mehr als aus nur einer Kammer bestehen. Die Geier kreisten über den Bäumen, Pelikane ruhten sich auf den Stahlpfählen eines alten Schiffsanlegers aus, Krabben sonnten sich auf den Steinen im Sumpf.
In zwei Höhlen ging es auch auf Jamaika. Die Green Grotto Caves kann man durchlaufen. Immer wieder gibt es Löcher in der Decke, durch die die Baumwurzeln ins Innere ranken. Auf der Oberfläche eines Sees einige Meter unter der Erde spiegelt sich die Höhlendecke mit ihren Stalaktiten und Einbuchtungen. Das war magisch.
Zuvor hatten wir auf Jamaika die Dunn River Falls besucht, ein treppenförmiger Wasserfall, den man hochklettern kann und der am Strand endet. Ziemlich cool.
Fahrradtouren bei 30 Grad Celsius
Auf Antigua, St. Maarten und in Cartagena war ich mit dem Fahrrad unterwegs. Auf den ersten beiden Inseln waren auch ein paar Höhenmeter zu bewältigen, die gepaart mit Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit auch gut anstrengend waren aber schaffbar. Die hohen Temperaturen war ich ja von meiner Radtour durch Europa gewohnt. Und bei den Badestopps habe ich mich wieder abgekühlt. In Antigua war das an der Dickenson Bay, wo eine rote Telefonzelle unter Palmen steht. Grund dafür ist die britische Vergangenheit des Landes, das zum Commonwealth zählt.
Europa in der Karibik
Einen schönen Blick auf Marigot auf St. Maarten hat man von der Festung Louis. Marigot liegt im französischen Teil der Insel, der andere ist niederländisch. Es gibt eine offizielle Grenze und in Marigot hatte ich durch EU-Roaming plötzlich Empfang mit dem Handy. Viele Touristen findet man auf St. Maarten an der Simpson Bay, weil hier die Flugzeuge wenige Meter vom Strand entfernt starten und landen. Beim Start stellen sich die Leute hinters Flugzeug und bekommen dann den Sand ins Gesicht, der durch den Antrieb aufgewirbelt wird. Wer's mag...
Cartagena in Kolumbien war ein besonderer Stopp, weil die Stadt durch ihre Hochhäuser beeindruckt, die eine schöne Skyline bilden. Die Radtour führte nicht nur zu den neuen Bauten, sondern auch in die Altstadt und das Künstlerviertel. Hier gibt es Restaurants, Geschäfte und Straßenhändler, die Limo, Obst, Mützen oder Magnete anbieten.
Paddeln auf dem Panamakanal
"Oh wie schön ist Panama" von Janosch ist immer mein erster Gedanke, wenn Panama erwähnt wird. Erst danach kommt der Panamakanal. Den hab ich jetzt gesehen. Ich war an der neuen Schleuse Agua Clara auf der atlantischen Seite, die 2016 in Betrieb ging, und bin mit dem Kajak auf dem Gatúnsee gepaddelt, der zum Kanal gehört. Er wurde ebenso künstlich erschaffen. Schiffe, die den um die 80 Kilometer langen Panamakanal passieren, der den Atlantik mit dem Pazifik verbindet, sparen drei Wochen Fahrzeit. Wassermangel im Kanal lässt derzeit jedoch weniger Schiffe durchfahren.
In Tortola habe ich das Abenteuer einmal ausgesetzt. Nach zwei Radtouren und einer Vulkanwanderung an drei Tagen in Folge hatte ich Muskelkater in den Oberschenkeln und habe daher eine Pause eingelegt und keinen Ausflug unternommen. Natürlich bin ich aber durch Road Town geschlendert, wo wir angelegt hatten.
Nächstes Abenteuer: New York City
Die Karibik habe ich jetzt verlassen und bin nach New York geflogen bzw. nach Newark mit internationalem Flughafen in New Jersey, westlich von New York. Morgen hole ich meine Mutti von diesem Flughafen ab und zusammen geht es dann in die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.
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